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Mo, 30.11.2009Brief von Barbara Lutz
Wieder einmal schicke ich euch liebe Grüße aus Südafrika,...
...einem Land voller Kontraste. Mit jedem Tag erschließt sich mir diese
wahnsinnige...
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Di, 20.10.2009Brief von Barbara Lutz
Heute beginnt meine zweite Schulwoche
Jede Woche gehe ich nun für dreieinhalb Tage zusammen mit fünfzehn der 27
Projektkinder in die Schule nach Maryvale. Gerade sitze ich in der Schule und warte darauf, dass mein Unterricht beginnt.
Grundsätzlich gibt es in Südafrika eine Gesamtschule. Von der ersten bis zur zwölften Klasse werden alle Schüler gemeinsam
unterrichtet. Entweder macht man bereits nach der zehnten Klasse einen Abschluss und lernt einen handwerklichen Beruf oder
man schließt seine Schullaufbahn nach der zwölften Klasse mit dem Matric (= Abitur) ab. In diesem Fall kann man im Anschluss
eine Universität besuchen.



Im Moment steht Lucia – als erstes unserer Projektkinder – kurz vor ihrer Matric-Abschlussprüfung. Das ist eine spannende Zeit!
Zwar hat sie wirklich viel zu lernen und vorzubereiten, aber geleichzeitig wird die Bedeutung dieses großen Schritts immer wieder
hervorgehoben und von vielen Seiten schon ein bisschen gefeiert. So gab es diesen Monat bereits einen Matric-Ball. Die „Matric“
T-Shirts sind auch schon gedruckt. In einem einwöchigen Lerncamp haben sich Schüler und Lehrer um die letzten Vorbereitungen
gekümmert und alle haben die gemeinsame Zeit genossen. Gleichzeitig beginnen Lucia und ich, ihr kommendes Studium zu planen und
die passende Universität dafür zu finden. Wie es aussieht möchte Lucia Englischlehrerin werden.



Langsam gewöhne ich mich auch an Dinge, die dem deutschen Schulsystem fremd sind. Vieles davon wird irgendwie selbstverständlich
für mich. So dauern Schulstunden nur 35 bzw. 30 Minuten. Alle Schüler hier tragen eine Schuluniform, bei der die Schuhe natürlich
blitzeblank gebürstet sein müssen. Die Mädchen haben Blusen, kurze Röcke und Kniestrümpfe; Jungen graue Anzughosen und Hemden.
Die Uniform ist wahlweise mit Krawatte, Pullunder oder Windjacke kombinierbar. Schüler aus Maryvale tragen dunkelblau, die Jüngeren
in St. Patrick’s (Lynchfield) weinrot.



Jeden Morgen treffen sich alle Schüler und Lehrer im Pausenhof zu einer Versammlung, der „Assembly“. Dann wird gemeinsam gesungen
und gebetet. Oftmals hält einer der Lehrer noch eine kurze Ansprache. Klassenweise marschieren die Schüler dann in Reih und Glied
in ihre Unterrichtsräume.



Das Fach „Arts and Culture“, das ich unterrichte ist eine absolut spannende Sache. Es beinhaltet die kreativen Bereiche Tanz, Musik,
Visuelles Gestalten (also Malen, Werken, Skulptieren,...) und Theater. Ein thematischer Inhalt, z. B. Meine Kultur, Das bin ich,
Keine Macht den Drogen..., wird ganzheitlich mit Hilfe dieser vier Bereiche erarbeitet.



Hierbei kann man nun wirklich unsere unterschiedlichen Kulturen feststellen. Legt man bei uns starken Wert auf das Kognitive und
die Erarbeitung gesicherter Lernziele, rückt hier der Wert der Beziehung zwischen den Lernpartnern stärker in den Vordergrund.
Zentral ist darüber hinaus die Freude und Energie, der man beim Tanzen und Singen Leben verleiht. Außerdem hat das Fach eine
politische Bedeutung. Gerade die musischen Fächer waren bis zum Ende der Apartheit „weißen Schulen“ vorbehalten. Schwarzen
Schülern untersagte man die Möglichkeit, durch kreative Kunstformen eigene Gedankengänge zu entfalten und auszudrücken. Darum hat
es heute umso mehr Bedeutung, dass ein freies Volk auch die Freiheit hat, seine Meinung in Tanz, Gesang oder bildender Kunst
auszudrücken! Jeder hat das Recht, einen Einblick in verschiedene Kunstformen sowie das eigene kulturelle Erbe zu erhalten und
an ihnen teilzunehmen, ganz egal, ob er talentiert ist oder nicht! Und darauf sind hier wirklich alle sehr stolz!!!



Und ganz ehrlich: die Leidenschaft, mit der Kinder wie Erwachsene hier tanzen und singen ist wirklich so wertvoll und umwerfend,
dass es einem immer wieder den Atem raubt. Durch aktive Beteiligung beim Singen, Tanzen oder Trommeln wird hier Musik erlebt und
das Innerste zum Ausdruck gebracht. So sind Musik und Tanz ein starkes Symbol für Lebenskraft und auch für die Gemeinschaft und
Zusammengehörigkeit in Afrika.



Sei es in der Kirche bei Gottesdiensten, wo sofort ein Lied angestimmt wird, sobald es einmal für ein paar Sekunden still ist oder
in der Schule bei Liedern und Tanzspielen... immer klingt es energiegeladen und pulsierend, wie wir es in Deutschland höchstens bei
unserem „Schallet heute“ oder bei gegrölten Fußballhymnen erleben können. Absolut vom Hocker haut es mich, dass ich wirklich mit
folgender Aufgabe in die fünfte Klasse gehen kann: „Erfindet mal in eurer Gruppe ein Lied über den Sommer.“ Zehn Minuten Später
kann ich mir lauter bombastische zweistimmige Lieder mit dazu passender Rhythmusuntermalung anhören!



Ende Oktober ist im Projekt ein general Annual Meeting. Dort wird ein Jahresrückblick über den Finanzhaushalt und die stattgefundenen
Aktivitäten gegeben. Zu diesem Anlass werde ich mit den Kindern kleine Tanz- und Gesangseinlagen einstudieren. Das ist – wie ihr
jetzt ja gehört habt – für die Kinder hier überhaupt kein Problem!!!



Übrigens habe ich euch doch im letzten Brief von den Sothonamen der Kinder erzählt. Inzwischen haben sie mir auch einen Sothonamen
verliehen. Ich heiße jetzt Rethabile. Das bedeutet so viel wie „Wir sind glücklich, dass du da bist“. Das lässt man sich doch gerne
sagen!!!



Ich bin auch glücklich, dass ich da bin!
Außerdem bin ich glücklich, wenn ich von eueren Grüßen, guten Wünschen und eurer Unterstützung höre. So weiß ich euch in Gedanken
nah bei mir.



Vielen Dank dafür und bis bald!



Liebe Grüße,



Barbara Lutz
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